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CBA-Spring School - "Peace and Post-War Societies" (24.-26. März 2025)
Nach zwei Winterschulen fand in diesem Jahr die erste Spring School der Cologne/Bonn Academy in Exile vom 24. bis 26. März 2025 an den Universitäten Köln und Bonn statt. Unter dem hochaktuellen Thema ‚Peace and Post-War Societies‘ diskutierten neun der CBA-Fellows mit weiteren Mitgliedern sowie eingeladenen Gästen in thematischen Panels und Gesprächsrunden.
In vier interdisziplinär besetzten Panels präsentierten die CBA-Fellows ihre aktuelle Forschung zu Fragen des internationalen Rechts im 20. und 21. Jahrhundert, zur Rolle der Ukraine in einem sich neu aufstellenden Europa, zur Sonderstellung der Ukraine im Weltgefüge sowie zur Rolle des Russisch-Ukrainischen Krieges als Teil einer neuen Weltordnung. Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger, Direktorin der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz, eröffnete die Spring School. Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Senior Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) an der Universität Bonn folgte mit einem Impulsvortrag zu Imperialismus und Krieg um 21. Jahrhundert. Im ersten Panel widmete sich CBA-Fellow Dr. Gleb Bogush Fragen nach Pazifismus und Militarisierung im Kontext internationalen Rechtes vor dem Hintergrund des Krieges. Dr. Sergei Akopov referierte zur Phänomenologie der Rettung und griff dabei unter anderem Frage des Widerstandes auf, die Gleb Bogush im vorangegangenen Vortrag bereits aufgeworfen hatte. Das zweite Panel war äußerst interdisziplinär besetzt und beinhaltete einen kunsthistorisch ausgerichteten Vortrag von Dr. Kateryna Mikheienko, die die Architektur der Kiewer Rus beleuchtete. Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Iryna Petrova referierte zu den Aktivitäten ukrainischer Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen während des Krieges. Die Soziologin Dr. Daria Vystavkina erweiterte die Diskussion um Perspektiven zu Erinnerungskultur und kulturellem Gedächtnis. Im literaturwissenschaftlich besetzten Panel 3 besprach Dr. Tatiana Khripachenko das feministische, autofiktionale Kriegstagebuch der 2023 verstorbenen Aktivistin Victoria Amelina. Dr. Alena Pantiukhina nahm eine komparatistische Perspektive ein und beleuchtete die Postkriegs-Sowjetunion im Werk Friedrich Gorensteins. In Panel 4 wagte die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Halyna Matviienko einen Blick auf die Möglichkeiten der grünen Energie in einer ukrainischen Postkriegswirtschaft und stellte besonders Konzepte der Agroforstwirtschaft und Agrivoltaik vor. Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Galina Selivanova erweiterte die Diskussion um Aspekte der transnationalen russischen Repression in der sich rapide verändernden Weltordnung.
Zwei Gastvorträge vervollständigten das Programm. Am 24. März trug die Leiterin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und Einstein-Professorin für Vergleichende Demokratie- und Autoritarismusforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse zum Thema ‚Society during and after War: Between Unity and Diversity‘ an der Universität zu Köln vor. Am 25. März folgte der Vortrag ‚Writing War, (Re)Inventing Identity: Ukrainian Literature and Culture after 2014‘ des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Dr. Alexander Chertenko der Justus-Liebig-Universität Gießen an der Universität Bonn. Während Prof.‘ Sasse in ihrem Vortrag neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich der empirischen Sozialforschung zu Fragen der Diversität und Einigkeit innerhalb der ukrainischen Gesellschaft präsentierte, warf Dr. Chertenko einen kulturwissenschaftlichen Blick auf Identitätskonstruktionen in der ukrainischen Literatur und Kultur seit dem Beginn des Krieges in der Ostukraine (Donbass) im Jahr 2014.
Die Abschlussdiskussion über die Möglichkeiten von Nachkriegsgesellschaften beinhaltete neben persönlichen Aussagen der Beteiligten auch Gedanken über eine friedliche Zukunft Europas und den Beitrag, den die deutsche Politik sowie die deutsche Wissenschaftskultur dazu leisten kann.
Abgerundet wurde das wissenschaftliche Programm durch ein kulturelles Begleitprogramm am 26. März, in dessen Rahmen die Akademiemitglieder das Schloss Augustusburg sowie das Max Ernst Museum in Brühl besuchten.
CBA-Workshop Life of Researchers in Exile – Conflicts and Encounters
On December 2–3, 2024, the Cologne/Bonn Academy in Exile hosted an enriching and thought-provoking workshop facilitated by Anastasia Vorobyeva, Yuliia Terentieva, and Valentine Hoffmann at the University of Bonn. These experienced professionals brought their expertise in Playback Theater to guide the Fellows through a journey of storytelling, emotional exploration, and shared reflection. Playback Theater, an improvisational art form where personal stories are enacted on the spot, was the central methodology, fostering connection, healing, and understanding among participants.
The workshop introduced the Fellows to the principles and techniques of Playback Theater while providing a safe and inclusive environment for dialogue. Over the two days, participants engaged deeply with themes of resilience, personal and collective challenges, and visions for the future. The group explored emotions and experiences in the context of war and displacement, delving into personal stories that highlighted moments of overcoming adversity.
The Fellows responded enthusiastically to the workshop, noting the warmth and inclusivity fostered by the facilitators. The diverse backgrounds of the leadership team, encompassing Ukrainian, Russian, and German perspectives, brought a unique sensitivity to the discussions, which resonated deeply with the participants. The methodologies employed not only encouraged personal expression but also strengthened bonds within the group, enabling a sense of solidarity and mutual understanding.
Many participants expressed how transformative they found the Playback Theater approach. They valued the opportunity to share their experiences in a supportive space and to witness the power of storytelling as a tool for building empathy and fostering collective healing. The workshop was praised for its ability to inspire hope and provide meaningful tools for navigating challenging times.
This event reinforced the importance of creative and participatory methods in the Academy’s program, highlighting their potential to address complex emotional and social dynamics. The success of this workshop encourages the Academy to continue offering innovative, community-focused initiatives that empower scholars in exile and promote dialogue and resilience.
The Workshop was funded by the Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Die russische und ukrainische Gesellschaft in der Zeit des Krieges: Staat, Zivilgesellschaft, Exil
Der russische Versuch einer vollständigen Eroberung der Ukraine, der im Februar 2022 begann, hat Europa und die Welt schockiert. Zwei Jahre eines brutalen militärischen Konflikts haben die politische und soziale Landschaft beider Länder tiefgreifend verändert. Die ukrainische Gesellschaft zeigt weiterhin Resilienz, Mobilisierung und das Festhalten an einem demokratischen Modell politischer Gestaltung. Allerdings beginnen in der Ukraine, die im Widerstand gegen die Invasion vereint war, gesellschaftliche Risse und Brüche aufzutauchen. In der Zwischenzeit hat das russische Regime seine Herrschaft als Diktatur der Angst gefestigt, indem es die Repression intensivierte und jegliche interne Opposition unterdrückte.
Die Vortragsreihe "Perspektiven der Moderne 2024" lädt zur Diskussion über die Transformationen im russischen und ukrainischen Staat und Gesellschaft ein. Eingeladene Expert*innen werden in ihren Präsentationen gesellschaftliche Dynamiken, Regierungsreaktionen und neue Zukunftsvisionen in beiden Ländern erkunden. Zusätzlich führte der Krieg zu bedeutenden Veränderungen in Deutschland und auf dem europäischen Kontinent. Unsere Vortragsreihe wird das Verständnis für die Auswirkungen des Krieges auf die sozio-politische Landschaft und die regionale Stabilität in Deutschland und Europa erweitern.
From January 22 to 25, 2024, a winter school on “The History and Future of Research in Exile” will take place at the University of Bonn and the University of Cologne. The fellows of the CBA as well as invited speakers will present and discuss their projects and visions from their specific key areas.
The interested public is invited to attend the public key lectures:
January 22, 2024
Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, 53113 Bonn
11:30 am Prof. Werner Gephart & Dr. Daria Vystavkina: Science in Exile: Some Ambivalences of a Stranger in Society
4:15 pm Dr. Juergen Warmbrunn (Herder Institute for Historical Research on East Central Europe - Institute of the Leibniz Association)
From the Baltic Sea to the Marburg Castle Hill - Baltic Exile Collections in the Herder Institute as both academic resources and places of memory
January 25, 2024
International House, Kringsweg 6, 50931 Köln
2:15 pm: Dr. Kateryna Kobchenko (University of Münster)
Ukrainian Displaced Persons after the World War II: Historical Experience of a Mass(e)Migration
4:15 pm: Debate with Prof. Dr. Angelika Nußberger and Dr. Irina Scherbakova (Founding member of Russian Human Rights Organisation Memorial, Nobel Peace Prize co-Laureate 2022) on "Outside the door – inside a new world" - online via zoom
Please register until January, 17 via cb-academy(at)uni-bonn(dot)de, cb-academy(at)uni-koeln(dot)de
Ukraine Days NRW at the University of Duisburg-Essen, 29. – 28. September 2023 of the German-Ukrainian Academic Society (DUAG) & the German Academic Exchange Service (DAAD)
On September 28 and 29, the University of Duisburg-Essen and the German-Ukrainian Academic Society (DUAG) with the support of the German Academic Exchange Service (DAAD) hosted the “Days of Ukraine in North-Rhine Westphalia 2023” in Essen. The Advisor to the Vice Rector for International Affairs of the University of Bonn, Amanda Henson, attended the two-day conference as a representative of the Cologne/Bonn Academy in Exile (CBA). The CBA was represented among the poster presentations and the connection of two of our Ukrainian CBA fellows, Professor Dr. Iryna Petrova and Professor Dr. Daria Vystavkina, to DUAG activities was also recognised. With talks from representatives of the DUAG, DAAD, universities in NRW, as well as universities and civil society organizations in Ukraine on numerous collaborative academic projects in research, learning and teaching; not only on the scientific level, but also in higher education administration, our advisor walked away with a better understanding of the bi-national project and funding landscape. The attendance of the conference – which also included a speech from the Consul General of Ukraine in Düsseldorf, Iryna Shum, and a musical performance from the folk music trio from Donetsk, Dyvyna, as well as ample opportunities for networking with researchers and representatives of various organizations – certainly enriched the foundational knowledge the Academy needs to progress in its work.
The Brussels Declaration at the Democratic Russia Forum in the European Parliament
Together with other Russian lawyers, legal scholars and human rights activists, our CBA fellow Dr Gleb Bogush supports the establishment of an international tribunal to investigate the crime of aggression against Ukraine.
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“The Brussels Declaration unequivocally condemns Russia’s war of aggression and related atrocity crimes in Ukraine, noting the resolution of the UN General Assembly and binding order of the International Court of Justice.
You can find the document in English, Russian and Ukrainian languages here: BRUSSELS DECLARATION
More information on the Brussels Declaration can be found on the site of Just Security: "The Brussels Declaration: Russian International and Human Rights Lawyers’ Statement on Accountability", written by Gleb Bogush and Sergey Vasiliev.
An interview with Gleb Bogush can be found on the site of the Deutsche Welle in Russian: Трибунал для Путина": российские юристы начали действовать and Ukrainian language: Про "трибунал для Путіна" заговорили російські юристи (interview by Xenia Polskaya, 09.06.2023)
Submit your project - The second selection round of the Cologne/Bonn Academy in Exile is open!
The Cologne/Bonn Academy in Exile (CBA), founded in June 2022 by the Universities of Cologne and Bonn, is inviting further scholars from Ukraine as well as researchers at risk from Russia and Belarus to join the Academy in the second selection round. The Academy focuses on law, political science, history, cultural studies and linguistics. Of central importance are projects on comparative politics, law and linguistics as well as on European history. Scholars who wish to continue their research at the Universities of Cologne or Bonn are cordially invited to submit their projects. In addition to administrative support, the CBA offers working spaces and academic supervision through subject-specific mentorships in the respective disciplines to facilitate the integration of the researchers into the local, national and European university landscape. In addition to the integration of the fellows into existing networks of the individual institutes, the CBA researchers receive comprehensive advice and support from the Refugee Scholar Support Departments of the Universities of Cologne and Bonn as well as the opportunity to participate in accompanying workshops and other academic formats.
If you would like to continue your research in the CBA network and your project corresponds to the Academy's profile, please feel free to fill out this form and send your project description, CV and relevant references to
cb-academy(at)uni-koeln(dot)de and cb-academy(at)uni-bonn(dot)de.
New submission deadline: 15.06.2023
If you have any questions, please do not hesitate to contact us.
We look forward to receiving your application!
Stellungnahme der Cologne/Bonn Academy in Exile zum 24.02.2023
One year after Russia escalated its prior uses of force against Ukraine into an outright war of aggression against that State we all had to learn bitter lessons.
“Fighting for peace does not mean yielding to pressure of the aggressor, it means protecting people from its cruelty.” (Oleksandra Matviichuk)
We do not know what Europe will look like in yet another year. But we understand that – being researchers and teachers – we cannot rest idle, but have to invest all our efforts to support those fighting and suffering by showing our solidarity with them and reflecting on solutions to restore justice and rule of law.
"The Future of Eastern Europe" - ein Rückblick von Elena Brandenburg und Fabius Wittmer
Die Zukunft Osteuropas – diesem Thema widmeten sich die ausgewählten Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler der 2022 gegründeten Cologne/Bonn Academy in Exile sowie ihre akademischen Mentorinnen und Mentoren an den Universitäten Köln und Bonn. Die interdisziplinär ausgerichtete Winterschule bot die Möglichkeit, die Forschungsprojekte der ukrainischen, russischen und belarussischen Fellows der Academy vorzustellen, aber auch mit weiteren Akteuren der akademischen Öffentlichkeit in den Dialog zu treten. Wie Prof. Dr. Johanna Hey, Prorektorin für Internationales der Universität zu Köln, und Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Prorektorin für Internationales der Universität Bonn, bei der Eröffnung der Winterschule betonten, ist die Frage nach der Zukunft Osteuropas zentral für die Fragen nach Demokratie, Friedenssicherung und Menschenrechten in Europa. „Wir möchten unsere Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler dazu ermutigen, ihre Forschungen an den Universitäten Köln und Bonn fortzusetzen, um so mit ihrer Expertise zur Vision einer nachhaltigen friedlichen Zukunft Osteuropas beizutragen“, so Prof. Dr. Johanna Hey in ihrer Eröffnungsrede. Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch hob hervor: „Wissenschaftliche Forschung, Austausch und Zusammenarbeit sind ein Gegenmittel gegen Fremdenfeindlichkeit und Krieg, Wissenschaft schafft Dialog und spielt eine entscheidende Rolle bei Schritten in Richtung Frieden“.
Prof. Dr. Angelika Nußberger, Direktorin der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz, und Prof. Dr. Claus Kreß, Inhaber des Lehrstuhls für deutsches und internationales Strafrecht sowie Direktor des Instituts für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität zu Köln, beleuchteten aus juristischer Perspektive die politische Situation in der Ukraine und Russland. Die Akademiemitglieder Dr. Sergii Masol und Dr. Gleb Bogush ergänzten den juristischen Horizont mit ihren Vorträgen zu Themen der internationalen Strafgerichtsbarkeit und des Völkerstrafrechts.
Die historische Dimension der Entwicklung der deutschen und internationalen Osteuropapolitik seit 1989 wurde in den Plenarvorträgen von Prof. Dr. Martin Aust, Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte und Kultur Osteuropas am Historischen Institut der Universität Bonn, und Prof. Dr. Fabian Klose, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Geschichte und historische Friedens- und Konfliktforschung am Historischen Institut, der Universität zu Köln, analysiert.
Die Historikerin Dr. Tatiana Khripachenko gab einen Einblick in die Verflechtungen zwischen russischen Emigranten und dem Völkerrecht in der Geschichte der Sowjetunion von 1918 bis 1939. Mit Dr. Anna Medvedovska und Dr. Kateryna Mikheienko waren zwei weitere (Kunst-) Historikerinnen vertreten, die mit ihren Beiträgen zur Zukunft der Holocaust-Studien in der Ukraine seit der Unabhängigkeit bzw. zu Entwicklungskonzepten in der Architektur der Kiewer Rus den thematischen Bogen vom Mittelalter bis zu aktuellen Forschungsdebatten in der Ukraine spannten.
Neben den juristischen und geschichtswissenschaftlichen Schwerpunkten der Winterschule trugen soziologische, kulturwissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Perspektiven zu angeregten Debatten unter den Teilnehmenden der Winterschule bei: Dr. Darya Vystavkina diskutierte das Thema der Polarisierung der ukrainischen Zivilbevölkerung unter dem Einfluss der russischen Aggression; und auch der Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Dr. Iryna Petrova über kulturelle Praktiken während des Krieges fand breiten Anklang unter den Akademiemitgliedern sowie im Publikum. Der Politikwissenschaftler Dr. Sergei Akopov stellte in seinem Vortrag die vom russischen Staat praktizierte und von ihm so bezeichnete „Politik der Vereinsamung“ in Verbindung mit den Themen Männlichkeit und Einsamkeit vor. Soziolinguistischen Analysen der belarussischen Sprache als Instrument des Widerstands gegen den russischen Imperialismus war der Beitrag einer Gastwissenschaftlerin aus Belarus gewidmet. Mit dem Vortrag von Dr. Halyna Matviienko über die grüne Wirtschaft als zentraler Faktor für eine nachhaltige Entwicklung in der Ukraine kamen auch sozioökonomische Aspekte während der Winterschule zur Sprache.
Wie Kriege enden und welche Visionen für die Zeit nach dem Ende des russischen Angriffskrieges möglich sind sowie Aspekte der Befreiung und Abhängigkeit in der russischen Geschichte, diskutierten Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Honorarprofessor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie sowie Senior fellow am CASSIS und BICC der Universität Bonn, sowie Prof. Dr. Christoph Witzenrath, Cluster Professor am Bonn Center for Dependency and Slavery Studies.
Ergänzt wurde das Programm durch zwei externe Referenten, Prof. Dr. Adam Bodnar, Professor an der SWPS University of Social Sciences and Humanities (Warschau) sowie Gastwissenschaftler an der Universität zu Köln, und Dr. Grazyna Baranowska, Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellow an der Hertie School (Berlin) sowie Assistant Professor an der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Sie stellten ihre Expertise zu Themen wie der Zukunft des Europarates und den internationalen rechtlichen Verpflichtungen in Bezug auf vermisste Personen vor.
Abgerundet wurden die wissenschaftlichen Vorträge und Diskussionen zudem durch ein kulturelles Begleitprogramm, in dessen Rahmen die Akademiemitglieder u.a. den Kölner Dom sowie das Haus der Geschichte in Bonn besichtigten.
Die abschließende Diskussion über die Zukunft Gesamteuropas beinhaltete neben persönlichen Statements der Beteiligten auch Visionen und Gedanken über eine möglichst friedliche Zukunft Europas und den Beitrag, den die deutsche Politik dazu leisten kann.
Im Anschluss an die Verabschiedung der Teilnehmenden der Winterschule durch den Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, und die Prorektorin für Internationales, Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, hatten die Forschenden aus der Ukraine, Russland und Belarus die Gelegenheit, sich während eines festlichen Stehempfangs näher mit ihren Mentorinnen und Mentoren sowie Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Köln und Bonn über die vergangenen vier Tage sowie künftige Forschungsprojekte und Kooperationen auszutauschen. Gefördert wurde die Winterschule durch die Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung.
Die viertägige Winterschule ermöglichte es den Akademiemitgliedern und ihren Mentorinnen und Mentoren, sich in einer ruhigen und kollegialen Arbeitsatmosphäre auf wissenschaftlich hohem Niveau über die jeweiligen Forschungsvorhaben auszutauschen, sich gegenseitig persönlich kennenzulernen und untereinander zu vernetzen. Das hierdurch entstandene kollegiale harmonische Miteinander bildet die Basis für die zukünftige Arbeit der Cologne/Bonn Academy in Exile und dürfte Grund für einen vorsichtig optimistischen Blick in eine gemeinsame Zukunft Gesamteuropas sein.
Winter School & Public Opening and Closing Ceremonies | 16.01.2023 - 19.01.2023
Vom 16. bis zum 19. Januar 2023 findet als Auftaktveranstaltung der CBA in Köln und Bonn eine Winter School zu dem Thema „The Future of Eastern Europe“ statt. Zehn Fellows der CBA sowie die an der CBA beteiligten Professorinnen und Professoren der Universitäten Köln und Bonn werden u. a. aus geschichts-, politik-, rechts-, kultur- und wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive über die Zukunft Osteuropas diskutieren.
Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen an der öffentlichen Eröffnung der Winter School am 16. Januar 2023 um 9:30 Uhr in Köln (Bibliothekslesesaal des Küpperstifts, Kerpener Str. 30, 50937 Köln) sowie an der öffentlichen Abschlussveranstaltung am 19. Januar 2023 um 18:00 Uhr in Bonn (Raum Lyra, Alte Sternwarte, Poppelsdorfer Allee 47, 53113 Bonn) teilzunehmen. Um vorherige Anmeldung unter fwittmer(at)uni-koeln(dot)de wird gebeten.
Die Universitäten Köln und Bonn tun sich zusammen, um vom Krieg betroffene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine zu unterstützen. Die neu gegründete Akademie steht auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Russland und Belarus offen, die aufgrund ihres Widerstandes gegen den Krieg verfolgt werden. Schwerpunkte der Arbeit sind die europäische Integration und eine Stärkung des Wissens über die betroffene Region.
Die Universitäten Köln und Bonn, zwei der größten Universitäten Deutschlands, haben gemeinsam die Cologne/Bonn Academy in Exile (CBA) gegründet. Ziel der neuen Akademie ist es, die Arbeit renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aufgrund von Russlands Krieg gegen die Ukraine aus ihren Heimatländern fliehen mussten, zu unterstützen. Die Akademie lädt Forscherinnen und Forscher aus der Ukraine ein, ihre Arbeit in Köln und Bonn fortzusetzen. Sie unterstützt darüber hinaus aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anderer Nationalitäten, die von diesem Krieg betroffen sind: etwa Menschen aus Belarus und Russland, die aufgrund ihrer Opposition gegen den Krieg verfolgt werden.
Die Schwerpunkte der Akademie liegen in den Rechts-, Geschichts-, Kultur- und Sprachwissenschaften. Im Einklang mit der Mitgliedschaftsperspektive der Ukraine in der Europäischen Union ist der Beitrag zur europäischen Integration ein übergeordnetes Ziel der Akademie. Sie wird aber auch darauf hinwirken, regionalspezifisches Wissen zu erhalten und zu erweitern. Daher sind Projekte in den Bereichen vergleichende Politikwissenschaft, Rechtsvergleichung, vergleichende Sprachwissenschaft und europäische Geschichte von zentraler Bedeutung.
Die CBA wird eine Gruppe von etwa zwanzig Forschenden aufnehmen, die ihr Studium abgeschlossen haben und wenn möglich bereits promoviert sind, die als Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler oder erfahrene Forscherinnen und Forscher an ihren Heimatuniversitäten tätig sind oder bereits eine Professur innehaben. Die Universitäten Bonn und Köln stellen Büroräume und administrativen Support zur Verfügung und erleichtern die Integration der Forschenden in die lokale wissenschaftliche Gemeinschaft. Darüber hinaus helfen sie bei der Suche nach individueller finanzieller Unterstützung aus öffentlichen oder privaten Mitteln.
Die Universitäten werden zudem alle Formen des akademischen Austauschs innerhalb der CBA fördern, unter anderem mit Seminaren und Workshops, und versuchen, auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerhalb der CBA zu erreichen, zum Beispiel durch Summer Schools, die bereits für den Sommer 2022 geplant sind, auch online-Programme sind vorgesehen. Eine gemeinsame Website ist im Aufbau.
Erste Informationen zur Struktur der Akademie können unter cb-academy@uni-koeln.de oder cb-academy@uni-bonn.de erfragt werden.
Inhaltliche Kontakte:
Universität zu Köln
Professorin Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger
Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz
Professorin Dr. Johanna Hey
Prorektorin für Internationales
cb-academy(at)uni-koeln(dot)de
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Professor Dr. Martin Aust
Institut für Geschichtswissenschaft, Abteilung für Osteuropäische Geschichte
Professorin Dr. Birgit Ulrike Münch
Prorektorin für Internationales
cb-academy(at)uni-bonn(dot)de
Presse und Kommunikation:
Universität zu Köln
Eva Schissler
+49 221 470 4030
e.schissler(at)verw.uni-koeln(dot)de